Weit über 20.000 Menschen leben in Karlsruhe am Existenzminimum, mit Arbeitslosengeld II, der Grundsicherung oder einer kleinen Rente. Davon besonders betroffen sind kinderreiche Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen, chronisch kranke und behinderte Menschen sowie Wohnungslose und Asylsuchende. Viele werden vom Diakonischen Werk oder vom Caritasverband betreut, beraten und begleitet. Die Weihnachtszeit ist für diese Menschen nicht nur aufgrund ihrer knappen finanziellen Möglichkeiten eine belastete Zeit – viele leben allein und verbringen die Feiertage ohne Angehörige oder Freunde.

Die Aktion „Freude schenken“ soll hier ein ökumenisches Zeichen dafür setzen, dass Menschen in Armut und Not nicht allein gelassen werden.


 

Unser Angebot:

Aktion „Freude schenken“ in Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden

Im Herbst erhalten die evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden vom Diakonischen Werk Karlsruhe und vom Caritasverband Karlsruhe leere Tüten; jene verteilen sie wiederum in Gottesdiensten, Gruppen und Kreisen.

Die Tüten enthalten einen Brief, in dem darum gebeten wird, diese Tüte mit schönen Dingen, z.B. Süßigkeiten, Tee, Kerzen, Spielzeug, Pflegeartikel wie Cremes usw. zu füllen und bis zum 1. Advent wieder an einer der Ausgabestellen abzugeben. Haupt- und vor allem ehrenamtlich Mitarbeitende des Diakonischen Werkes holen die Tüten dort ab und verteilen sie an verschiedene soziale Einrichtungen der beiden Verbände, z.B. in die „TÜR“ (Tagestreff für Wohnungslose), die Seniorenarbeit oder auch an die Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen verteilen die Tüten im Rahmen ihrer Weihnachtsfeiern oder in Beratungsstunden individuell an die Bedürftigen. Für diese ist das oftmals ihr einziges Weihnachtsgeschenk.

Die Aktion Weihnachtstüte gibt es seit Beginn der 50er Jahre. Damals wurden die Tüten vor allem in den Flüchtlingslagern der Nachkriegszeit in Karlsruhe verteilt. Heute werden jedes Jahr 8.000 leere Tüten verteilt, von denen rund 6.000 gefüllt wieder zurückkommen.

Ziel der gemeinsamen Aktion von Caritas, Diakonie und KTG Karlsruhe Tourismus GmbH

Es soll bewusst werden, dass die Lebensqualität einer Stadt nicht nur von ihrer Wirtschaftskraft, ihren kulturellen und sportlichen oder gastronomischen Angeboten abhängt, sondern auch davon, wie die Menschen in dieser Stadt miteinander leben. Die schwächsten Mitglieder einer Gemeinschaft sind dabei immer ein empfindlicher Gradmesser. Und gerade an Weihnachten erleben diese ihre soziale Ausgrenzung besonders intensiv.

Die Tüte kann zu einem Symbol dafür werden, dass diese Menschen in Karlsruhe nicht vergessen werden. Dass gerade zu Weihnachten, aber nicht nur dann, sozial schwache Menschen in unsere Mitte genommen werden, in den Gemeinden, Vereinen und Gruppen, in der Nachbarschaft, in den Heimen und auf den Straßen.

Freude schenken kann bedeuten, sich eine Stunde Zeit zu nehmen, um liebevoll eine Tüte zu füllen. Aber auch ein freundliches Gespräch, die Einladung zu einer Tasse Kaffee oder ein Stück gemeinsamen Wegs kann etwas Licht in das Dunkel der Menschen bringen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.

Hier treffen sich die Interessen der Stadt Karlsruhe mit den Zielen von Caritas und Diakonie:

Die Aufmerksamkeit der Karlsruher auf diejenigen zu lenken, die am Rande unserer Gemeinschaft stehen und in unsere Mitte genommen werden möchten – weil erst dann eine Stadt für alle lebens- und liebenswert wird.